
KARL MAYER mit
großem Engagement
in Indien
Interview von TEXTILE OUTLOOK INDIA mit Axel Wintermeyer, neuer Leiter des Geschäftsbereichs Wirkmaschinen bei KARL MAYER
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Axel Wintermeyer ist neuer Leiter des Geschäftsbereichs Wirkmaschinen bei KARL MAYER und Geschäftsführer der KARL MAYER STOLL Textilmaschinenfabrik. Der erfahrene Manager wird in vielen Bereichen neue Wege gehen. Welche Sicht er auf die Wirkereibranche, den indischen Markt und dessen Zukunft hat, erfuhr Shami L Lalwani, Editor und Publisher von TEXTILE OUTLOOK INDIA im Interview mit ihm.
Themen:
SL: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Position. Schauen wir zuerst auf die langfristige Ausrichtung. Mit welcher Vision führen Sie den Geschäftsbereich Wirkmaschinen bei KARL MAYER?
AW: Innovation und schnelle Reaktion auf Marktveränderungen sind die Stärken von KARL MAYER. Fokussiert auf unser Kerngeschäft Wirkerei bedeutet dies, dass wir kontinuierlich Produkte und Dienstleistungen anbieten, die einen Mehrwert für unsere Kunden schaffen.
SL: Bleiben wir beim Thema Innovation. Was sind hier die aktuellen Schwerpunkte von KARL MAYER in der Wirkerei, und wie sind sie mit den globalen Branchentrends abgestimmt?
Neben der Bereitstellung von Produktionsanlagen und Dienstleistungen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis konzentrieren wir uns bei unseren Innovationen auch auf die Vereinfachung der Maschinenbedienung, damit die Nutzer die enormen Flexibilitätspotenziale der Kettenwirkerei problemlos nutzen können.
SL: Wie trägt KARL MAYER der steigenden Nachfrage nach Nachhaltigkeit und ressourcenschonender Textilproduktion in der Wirkerei Rechnung?
AW: Nachhaltigkeit und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen sind sehr relevante Themen für unsere Maschinenentwicklung und werden bei jeder Neuentwicklung berücksichtigt.
Darüber hinaus machen die Produkte unserer Maschinen auch Anwendungen für mehr Nachhaltigkeit möglich. Ein Beispiel hierfür sind Netzlösungen für die vertikale Begrüngen von Städten. Die gewirkten Gitterstrukturen werden als Rankhilfe für schnell wachsende Pflanzen eingesetzt und lassen sich, nach der Begrünungsphase, im Herbst gemeinsam mit diesen als Biomasse in Pyrolyseanlagen zu Strom und Aktivkohle verwerten.
Im Sommer senken die bepflanzten Segel durch Verdunstungseffekte die Umgebungstemperatur. Zudem entsteht durch die Photosynthese Frischluft, und es wird CO2 gebunden.
SL: Die Kettenwirkerei entwickelt sich über die traditionellen Anwendungen hinaus weiter. Welche neuen oder aufkommenden Endverwendungen fördern heute die Nachfrage nach Wirkwaren?
AW: Wirkwaren sind äußerst flexibel gestaltbar. Sie lassen sich mit den unterschiedlichsten Eigenschaftsprofilen herstellen und bieten damit ein großes Potenzial, zur Meisterung der Herausforderungen unserer Zeit beizutragen.
So sind angesichts der zunehmend heißer werdenden Sommermonate Gewirke für Sonnenschutzbekleidung äußerst gefragt, insbesondere in Asien. Auf der ITMA ASIA + CITME im vergangenen Jahr haben wir hierzu eine neu entwickelte Ware vorgestellt. Der innovative Stoff wurde mit der hohen Feinheit von E 44 hergestellt, bietet damit einen einzigartigen UV-Schutzfaktor und war ein Highlight auf unserem Messestand.
Auch Sonnenschutznetze werden immer wichtiger, vor allem in der Landwirtschaft. Gewirkte Hangbefestigungen und Steinsäcke helfen, die Folgen von Hochwasserereignissen zu minimieren. Composite mit Bi- oder Multiaxialgen machen Windkraftflügel mit enormen Spannweiten oder effiziente Leichtbaulösungen für die E-Mobilität möglich, und ultraleichte Schussgewirke aus hochfesten Fasern werden zu komfortablen Personenschutzwesten verarbeitet, um nur einige Beispiele zu nennen.
SL: Wie verbindet KARL MAYER die Digitalisierung und Automatisierung mit seinen Wirkmaschinen und Serviceangeboten?
AW: Wir beobachten kontinuierlich wesentliche Weiterentwicklungen, die von den Leitprinzipien der Industrie 4.0 und zunehmend auch der Industrie 5.0. beeinflusst werden und prüfen, inwiefern sich daraus Potenziale für die Digitalisierung und Automatisierung unserer Maschinen ergeben.
Unser Ziel ist es dabei, unseren Kunden durch neue Funktionalitäten eine einfachere Bedienung und mehr Performance zu bieten. Der Spring Motion Assistant beispielsweise erleichtert als eine automatische Rückholeinrichtung den Wechsel von Legebarren an unseren Trikotmaschinen erheblich.
Unser System Advanced Feeding Control (AFC) ermöglicht Fast Multispeed für unsere Trikotmaschinen mit elektronischem Legebarrenantrieb. Unsere Kunden profitieren durch das AFC bei einer sequenziellen Musterung mit stark differierenden Fadenverbräuchen von einer bisher unerreicht hohen Drehzahl.
Darüber hinaus arbeiten wir derzeit an einer Lösung zur automatischen Zuordnung des Energieverbrauchs zu der damit gefertigten Warenmenge. Dies hilft unseren Kunden bei der zunehmend geforderten Ermittlung und Angabe des ökologischen Footprints ihrer Erzeugnisse.
SL: Indien ist ein wichtiger Markt für die Wirktechnologie. Wie schätzen Sie das Wachstumspotenzial der indischen Wirkindustrie ein, und welche Unterstützung bietet KARL MAYER, um es zu nutzen?
AW: Wir freuen uns, dass die indische Wirkerei eine Evolution durchläuft. Sie stößt in neue Bereiche vor und entwickelt neue Produkte, die den Anforderungen dieser Situation entsprechen.
Wir tragen bereits unseren Teil zu diesem Wachstum bei, in erster Linie mit unseren Maschinen, aber auch mit unserer Schulungsakademie in Surat und einem Entwicklungszentrum, das den Kunden mit einem umfangreichen Designkatalog Inspiration bietet. Zudem können sie hier mit Hilfe unserer Experten auf unserer Versuchsmaschine neue Ideen entwickeln.
Mit unserem umfassenden Service- und Ersatzteilangebot sind wir natürlich nah am Markt und sichern den Unternehmern der Branche unsere volle Unterstützung zu.
SL: Individualisierung, Geschwindigkeit und Flexibilität werden für Hersteller immer wichtiger. Wie trägt KARL MAYER diesen Anforderungen in seinem Produktportfolio Rechnung?
AW: Unser Produktportfolio ist hinsichtlich der unterschiedlichen Produktionsziele ausdifferenziert. So bieten wir beispielsweise Trikotmaschinen für die Produktion von elastischen Waren mit höchster Geschwindigkeit, Raschelmaschinen für die Netzfertigung, Doppelraschelmaschinen für die Herstellung von Abstandsgewirken oder Frottierwirkmaschinen, jeweils in unterschiedlichen Feinheiten und Arbeitsbreiten an.
Mit diesem Portfolio eröffnet KARL MAYER seinen Kunden eine große und spannende Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten.
SL: Welche Rolle spielen Schulungen, Kundendienst und technische Unterstützung für die erfolgreiche Einführung fortschrittlicher Wirktechnologien?
AW: Natürlich spielen Schulugen, Kundenservice, und technischer Support eine wichtige Rolle. Wir wissen das schon seit langem. Im Bereich der Wirkerei haben wir eines der umfassendsten Angebote.
Wir unterstützen unsere Kunden durch ein umfangreiches Schulungsprogramm an unseren weltweiten Academy-Standorten, davon einen in Surat, Indien, und einen ausgezeichneten, schnellen Support durch unser enges globales Netzwerk von bestens qualifizierten Servicefachleuten.
Bei Neuentwicklungen ist uns aber auch ein niedrigschwelliger Zugang wichtig, also leichte Verständlichkeit, Ergonomie und eine intuitive Bedienbarkeit, die keinen großen Schulungsaufwand bedarf.
SL: Wie schafft KARL MAYER den Spagat zwischen dem Erbe der deutschen Ingenieurskunst und der Notwendigkeit agiler Innovationen in einem wettbewerbsintensiven, schnelllebigen globalen Markt?
AW: Unser Erfolgsrezept heißt Fokussierung, Netzwerken und die Nutzung von Synergien. Wir konzentrieren uns auf die wesentlichen Projekte, also Vorhaben mit wirklichen Nutzeffekten für unsere Kunden, und nutzen die Ideen, Kreativität und Kompetenzen der Fachleute all unserer internationalen Standorte. Außerdem haben wir modernste Entwicklungs-Tools und Methoden zur Ideenfindung, Prozessorganisation und Maschinenkonstruktion im Einsatz.
SL: Was möchten Sie den Kunden und Partnern von KARL MAYER sowie der breiteren Textilgemeinde in Indien mitteilen?
AW: KARL MAYER ist ein zuverlässiger und kompetenter Partner, der zuhört und nach passenden Lösungen sucht.
Wir glauben, dass die Textilindustrie in Indien große Potenziale hat, für die KARL MAYER ganz sicher individuelle Lösungen parat hat.
Der Schlüssel, um die Potenziale zu erkennen und an Lösungen zu arbeiten, ist Kommunikation und Offenheit für Gespräche. KARL MAYER war dafür immer offen und bereit.
SL: Vielen Dank für das interessante Interview!
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