Durch regelbare Dämmelemente lässt sich der Wärmedurchgang durch Gebäudehüllen bedarfsgerecht anpassen und dadurch Heiz- und Kühlenergie sparen. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) entwickeln im Forschungsprojekt ReVaD mit ihren Partnern derartige Dämmelemente und nutzen hierfür den Knudsen-Effekt und Abstandstextilien.
Dieser Artikel handelt von:

Der Knudsen-Effekt beschreibt die Änderung der Wärmeleitfähigkeit poröser Strukturen durch den im Porenraum vorherrschenden Gasdruck. Herrscht im Porenraum ein Vakuum, ist die Wärmeleitfähigkeit niedrig, steigt der Druck an, nimmt auch die Wärmeleitfähigkeit zu. Um dieses Prinzip in einem regelbaren Dämmelement sinnvoll einzusetzen, ist ein möglichst hoher Schaltfaktor zwischen den beiden Zuständen nötig. Dazu müssen Porensystem und Gasdruckbereich optimal aufeinander abgestimmt werden. Der Schaltfaktor ist ein Maß für das Verhältnis aus maximal zu minimal erzielter Wärmeleitfähigkeit.
Im Dämmpaneel besteht das Porensystem aus einem Abstandstextil, das an den DITF entwickelt wird.
Im Dämmpaneel besteht das Porensystem aus einem Abstandstextil, das an den DITF entwickelt wird.

Druckstabiles Abstandstextil (©DITF)
Eine zentrale Herausforderung stellt dabei die Drucksteifigkeit des Füllkernes dar: Bei einer Flächenpressung von 10 N/cm2 im Feinvakuum ist nur eine minimale Verformung erlaubt. Das Forschungsteam im Technologiezentrum Maschentechnik hat bereits entsprechende druckstabile Strukturen entwickelt. In den nächsten Schritten wird deren Porengröße optimiert, indem Texturgarne in den Polfadenraum eingebracht werden. Die grundlegende Wärmeleitfähigkeit der Struktur soll dabei möglichst wenig erhöht werden.
Mit den hergestellten Strukturen im Paneel konnte bereits ein Schaltfaktor von fünf nachgewiesen werden. Aktuelle Arbeiten widmen sich der Optimierung der Abstandsstrukturen und dem Aufbau eines Demonstrators. Im Verbundprojekt wird am Institut für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart eine thermochemische Reaktorkomponente entwickelt, die die präzise und energieeffiziente Gasdruckeinstellung im Dämmelement ermöglicht. Dabei werden Metallhydrid-Wasserstoff-Reaktionssysteme eingesetzt, die durch gezielte Temperierung die Kontrolle des Gasdrucks im Dämmpaneel zulassen.
Das Institut für Gebäudeenergetik, Thermotechnik und Energiespeicherung (IGTE) der Universität Stuttgart untersucht die Integrationsmöglichkeiten der Paneele in den Wandverbund simulativ und experimentell. Die thermisch-energetischen Simulationen ermöglichen die Beurteilung von Energieeinsparpotenzialen der Technologie in unterschiedlichen Szenarien und unter verschiedenen Randbedingungen. Mit Hilfe eines Demonstrators wird die regelbare Wärmedämmung anwendungsnah getestet.
Das Projekt ReVaD (Entwicklung regelbarer Vakuumdämmelemente zur bedarfsgerechten Anpassung des Wärmedurchgangs in Gebäudehüllen und -strukturen sowie der thermischen Aktivierung von Speichermassen) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) gefördert (FKZ: 22617 N).
Weitere Informationen zum Thema:"h2>
Dr.-Ing. Sibylle Schmied, Leiterin Technologiezentrum Maschentechnik
T: +49 (0)711 93 40-383
E-Mail: sibylle.schmied@ditf.de
RegistrierenSie sich jetzt, um weitere interessante Inhalte zu sehen

Vakuumdämmelemente neu gedacht – regelbar, bedarfsgerecht, flexibel
Jetzt registrieren
Technical textiles for more and new business
Jetzt registrieren
Gefestigte Beziehungen, neue Markteinsichten
Jetzt registrieren-
3D-Gewirke –
die neue Dimension
beim Schallschutz - High-Performance-Maschinen für den Bereich Technische Textilien in Nordamerika
-
Leichtes Material
für eine schwere
Aufgabe - Maschinen-Range für die Produktion von High-Performance-Steinsäcken
- Gute Gespräche, viele bekannte Gesichter
- „Big C“ mit kleinem Umweltimpakt
- Mehr Geschäft mit Composites, höhere Effizienz im Schusswirkbereich
-
Maschinenpremiere
und neue
Geschäftspotenziale
für Technische Textilien - Leuchtturmlösungen für die Herausforderungen unserer Zeit
-
Scharfe Geschütze auffahren, wenn
es um den Trage-
komfort geht - Neuer Kosten-Nutzen-Champion der Glasverarbeitung
- Bauwesen neu denken mit Schussgewirken und Gelegen
- Viele Besucher, gute Gespräche, Blick auf die Trends
- Warten auf Aufwind
- Elektrisierende Möglichkeiten für neue Geschäfte
-
Die Digitalisierung bringt Bewegung in Sport, Fitness und
Well-Being -
Master the Change
mit den Lösungen der KARL MAYER GROUP - Grüne Perspektiven für Composites
-
Auf der richtigen
Spur sein - Bionischer Öladsorber hilft beim Gewässerschutz
- Das Interieur eines Transportmittels im Wandel
- Netztauglich
- 3D-Gewirke für die automobile Zukunft
- Netzwerke für ein gutes Stadtklima
- Rekordinteresse aus einem Markt im Aufschwung
- Flexible Schusswirkmaschine und nachhaltige Technische Textilien
- Hoch hinaus mit grünen Netzen
- Fischnetze von einem echten Insider
- Netze für dicke Fische
- Weltweit erstes Carbonbeton-Gebäude steht
- Auf Abstandsgewirke abfahren
- Angenehmes Tragen statt notwendiger Last
- Vor-Rider beim Einsatz von Naturfasern
- Effizientes Technologiepaket zur Putzgitterfertigung
- Mehr Energieeffizienz beim Unterglasanbau
- Gewirkte Lösungen mit großer Hebelwirkung